Alte Scheune, neue Perspektiven | Hessen-Pioniere Uta und Hubert Straub

Uta und Hubert Straub

„Wir haben uns in der Rente einen Traum erfüllt und die alte Scheune unseres Bauernhauses zu einer Ferienwohnung mit historischem Fachwerk umgebaut. Da wir mit dieser Sanierung zum Erhalt des alten Dorfkerns beitragen, haben wir Fördergelder bekommen.“

Ferienwohnung Scheiche-Haus
Am Hag 13
36369 Lautertal-Hopfmannsfeld
Telefon: 0172 461 8810

utahubert.straub@web.de

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Vor über 20 Jahren haben wir das Scheiche-Haus, ein Einhaus in Lautertal-Hopfmannsfeld in der schönen Vulkanregion Vogelsberg, gekauft. Früher bestand das Bauernhaus aus einem Wohnhaus, einem Stall und der Scheune. Wir haben beide im Tourismus gearbeitet und lange ein Feriendorf mit 150 Betten geleitet. Als wir in die Rente gegangen sind, haben wir beschlossen: So ganz ohne Gäste geht es auch nicht! Wir haben schon immer davon geträumt, die alte Scheune unseres Hauses umzubauen – und jetzt war genau der richtige Zeitpunkt. Unser Corona-Projekt sozusagen. Da wir mit dem Umbau einen Teil zur Dorferneuerung beitragen, konnten wir Fördermittel beantragen. 35 Prozent der Gesamtkosten wurden gefördert, das ist doch schon ein ordentlicher Batzen Geld.

Im alten Hühnerstall ist die Sauna

Wir haben eine sehr schöne Ferienwohnung im alten historischen Fachwerk geschaffen, die wir mit viel Herzblut betreiben. Die Elemente der alten Scheune sind in Lehm- und Holz- Fachwerk erhalten geblieben, wir kombinieren Neues mit Altem. Einer unserer Stammgäste sagte mal: ‚Das ist wie in einer Scheunen-Kathedrale hier.‘ Im heutigen Wohn- und Essbereich wurde einst Getreide, Stroh und Heu gelagert. Im alten Schweinestall ist ein hübsches Doppelzimmer mit Bad untergebracht. Das zweite Schlafzimmer ist auf der Tenne, erreichbar über eine Galerie. Im alten Hühnerstall, wo früher die Hühner auf der Stange saßen, sitzen die Gäste jetzt in der Sauna. Und die Tenne wird auch als Atelier und Kunstraum genutzt. Die Gäste haben auch einen Zugang zum Gartenbereich, wo sie spielen, flanieren oder Yoga machen können. Unterhalb der Terrasse ist sogar ein kleiner Weinberg. Wir produzieren jedes Jahr wenn alles gut geht um die 100 Flaschen eigenen Wein.

Urlaub mit dem eigenen Pferd

Eine Besonderheit ist, dass unsere Gäste ihre eigenen Pferde mitbringen können. Die residieren dann in unseren Stallungen und Paddocks. Auf den Wegen im Vogelsberg ist Reiten noch uneingeschränkt möglich, es gibt wunderbare Touren, die man täglich variieren kann. Das Thema Aktivurlaub spielt in unserer Region eine sehr große Rolle – egal ob mit dem Pferd, Fahrrad oder der Wandertourismus. Wir haben hier neue Themen-Wanderwege, die durch verschiedene Dörfer führen. Mittlerweile gibt es mehrere Netzwerke, zum Beispiel zwischen den Reitstationen, aber auch zum Thema Erhalt von alten Dorfstrukturen. Gerade wenn man etwas Altes ausbaut, braucht man viel fachliche Unterstützung von Menschen, die sich mit Denkmalschutz, Fachwerk und Lehmbau auskennen. Entscheidend bei touristischen Projekten ist, dass man eine Vision hat. Wohin will man? Wenn man das weiß, kann man die Kosten planen. Ich würde jedem dazu raten, zu schauen, wo es Projektgelder gibt, was regional gefördert wird. Gerade bei älteren Häusern ist das immer ein Thema.

Ein Netzwerk ist besonders wichtig

Ein gutes Netzwerk ist die Grundvoraussetzung, um in einer ländlichen Region überhaupt im Tourismus Fuß fassen zu können. Die Angebote werden hier durch die Vogelsberg Touristik und den Hessen Tourismus koordiniert, denn da geht es ja um weit mehr als nur ein Übernachtungsangebot. Wichtig ist, zu verstehen, dass die Gäste nicht nur bei uns im Haus, sondern in der Region Urlaub machen.

Gute Qualität schafft Belegungssicherheit

Es geht beim Thema Urlaub nicht immer nur um billig, sondern um Ansprüche, um Qualität Regionalität, Nachhaltigkeit. Dazu gehört auch das Thema ökologisches Bauen und Wohnen. Eine gute Qualität schafft auch Belegungssicherheit – nicht nur für unsere Wohnung, sondern für die gesamte Region. Wenn die Produkte und Angebote gut sind, wird dadurch unsere komplette ländliche Region gestärkt. Wir haben hier eine Naturbühne, viel Licht, Luft, Natur- pur, Land und Leute. Allerdings muss man all diese Darbietungen inszenieren, damit sie sichtbar werden. Dazu brauchen wir eine gute Infrastruktur: Gastronomie, Museen, Sehenswürdigkeiten, Geschäfte. Da diese nicht alle auf einer Museumsinsel oder Kulturmeile zu finden sind, sondern weit verstreut voneinander liegen, müssen wir unsere Schätze auffindbar machen. Das funktioniert nur durch Netzwerke, Kooperationen – und gute Kommunikation.

Tipps der Hessen-Pioniere Uta und Hubert Straub:

  • Wir müssen unsere Schätze auffindbar machen durch Netzwerke, Kooperationen – und gute Kommunikation.
  • Eine gute Qualität schafft auch Belegungssicherheit – nicht nur für unsere Wohnung, sondern für die gesamte Region.
  • Wenn der Gast merkt, dass wir als Akteure den Vogelsberg mögen, dann spürt er das auch. Und wenn die Akteure sich dann auch noch untereinander mögen und gemeinsam tolle Sachen machen, dann wird sich der Gast auch in den Vogelsberg verlieben.
 
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