Neuland wagen | Hessen-Pionierin Silke Müller

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Steckbrief

  • „Hier bekommen Betriebe, die wenig touristisches Know-how haben, Unterstützung und Hilfe beim Aufbau eines kleinen Hotels, also eines Kleinhotels.“
  • Unternehmen: KleinHotel
  • Ort: Steinau-Rabenstein



Das Pionierprodukt entdecken

Ein Hotel als zweites Standbein, Landwirtin Silke Müller hat sich dafür Hilfe gesucht

Dass es in der Landwirtschaft immer schwieriger wird, zu überleben, ist kein Geheimnis. Wir haben deshalb schon länger nach einer zweiten Einnahmemöglichkeit gesucht, mit der wir unseren Betrieb in Steinau-Rabenstein, also Osthessen, absichern können. Ein Bankberater gab uns dann den heißen Tipp und verwies uns auf das Franchise- und Beratungsprojekt Kleinhotels Unsere kleinHOTELs – kleinHOTEL (klein-hotel.de). Hier bekommen Betriebe, die wenig touristisches Know-how haben, Unterstützung und Hilfe beim Aufbau eines kleinen Hotels, also eines Kleinhotels. Es gab bereits zwei Betriebe in Biedenkopf und Herbststein, die viel Erfolg mit dem Hotelkonzept hatten. Und so waren wir uns schnell einig: Das ist genau das Richtige für uns, denn mit dem Kooperationspartner haben wir Hilfe und sind nicht allein.

Silke Müller aus Steinau-Rabenstein ist Landwirtin aus Leidenschaft. Mit Hilfe des Beratungs- und Franchisekonzepts der Kleinhotels hat sie es
geschafft, ein zweites Standbein – ein Kleinhotel – zu gründen, das die Zukunft des Hofes sichert.

Ohne das Franchise-Unternehmen wäre das KleinHotel heute nicht das, was es ist

Da wir eigentlich den ganzen Tag im Stall stehen und auf dem Hof arbeiten, hätten wir gar nicht die Zeit und Kraft gehabt, uns mit all den Dingen auseinanderzusetzen, die nötig sind, um einen kleinen touristischen Betrieb zu eröffnen. Die harten Auflagen und die viele Bürokratie hätten uns wahrscheinlich zum Verzweifeln gebracht. Banken wollen Business-Pläne, das ist für Quereinsteiger wie uns schon schwierig. Und auch die Werbung, beispielsweise eine gute Website und Präsenz auf Portalen wie Booking oder Expedia, hätten wir allein überhaupt nicht stemmen können. Es reicht nicht, nur eine gute Homepage zu haben, sie muss auch gefunden werden. Und die Gäste wollen direkt auch buchen, es braucht also auch ein Online-Buchungssystem. Von der Finanzierung bis zur Werbung – das sind alles so komplexe Themen, die macht man als Landwirt nicht mal so nebenher. Unsere Social-Media-Kanäle bei Instagram und Facebook machen wir selbst. Aber ohne das Franchise-System hätten wir es überhaupt nicht geschafft, uns mit unseren drei Apartments auf dem Markt zu behaupten.

Traktor fahren und Kälbchen füttern direkt neben dem Apartment

Wir haben bei uns am Hof keine klassischen Hotelzimmer, sondern drei moderne Apartments in hellen Holztönen eingerichtet. Davon ist eines behindertenfreundlich, das andere hat einen weiten Blick ins Tal und das dritte zwei Zimmer. Alle Apartments haben eine eigene Küchenzeile zur Selbstversorgung. Wir haben dabei verschiedene Zielgruppen im Blick: Ältere Menschen, beispielsweise auch Großeltern mit ihren Enkeln. Aber auch Familien, die Lust auf Landleben haben und mal der Großstadt entfliehen möchten. Viele unserer Gäste kommen aus Frankfurt, Offenbach, Darmstadt zu uns und genießen einfach mal eine Auszeit im „Nichts“. Ab 17 Uhr darf bei uns im Stall mitgeholfen werden. Ställe misten, Kälbchen füttern, melken – das lieben unsere Gäste, auch die Großen. Besonders beliebt ist das Traktorfahren – und zwar auch bei den Papas, nicht nur bei den Kindern. In der Ferienzeit ist bei uns viel los, da sind wir immer sehr gut gebucht. Womit wir nicht gerechnet haben, sind die viele Geschäftsleute, die zu uns kommen. An der A66 zwischen Fulda und Frankfurt gibt es nicht viele Hotels und bei uns finden sie die Möglichkeit, auch nur für eine Nacht zu buchen. Das alles ergänzt sich – und so funktioniert das Konzept des Kleinhotels wirklich gut.

Wir leben in einer Ecke, die touristisch noch nicht so erschlossen ist. Dabei gibt es beispielsweise in Steinau tolle Attraktionen rund um die Gebrüder Grimm, einen Erlebnispark, den Kletterwald, einen Stausee – also sehr vieles, was Gäste bringt. Ich sehe ein großes Potenzial in unserer ländlichen Region, allerdings müssen wir einfach bekannter werden und der Tourismus und die Betriebe brauchen mehr Unterstützung – so wie sie das Beratungskonzept von Kleinhotels bietet.

Das Landleben näherbringen

Ich würde deshalb auch allen künftigen Pionieren raten: Holt euch diese Unterstützung, damit ihr nicht allein Neuland betretet! Wenn man an diese Schwelle kommt und Neues versuchen will, ist es gut jemanden an seiner Seite zu haben, der gemeinsam mit einem ein Konzept erarbeitet, mit dem man dann auch auf Banken zugehen kann. Gerade Landwirte, die für ihre Tiere und ihren Betrieb brennen, sind oft so stark eingebunden, dass sie es gar nicht schaffen, sich um ein zweites Standbein zu kümmern. Dabei ist genau das wichtig, denn nur so können wir unsere Zukunft in der Landwirtschaft sichern. Außerdem macht es Spaß, neben der Landwirtschaft noch eine weitere Aufgabe zu haben, denn sie gibt einem nochmal ein Gefühl für andere Menschen und ihre Bedürfnisse und Lebenswelten. Wir lernen viele neue Leute kennen, was für uns schon etwas ganz Besonderes ist, denn wir kommen durch die viele Arbeit ja nicht so oft weg vom Hof. Ich finde es großartig, dass wir Menschen aus der Stadt das Landleben ein bisschen näherbringen können und zeigen können, dass unsere Tiere im Stall keine Nummern sind, sondern auch Gäste, die wir gut behandeln. Für uns ist es wichtig, den Endverbrauchern zu zeigen, wie viel Aufwand beispielsweise in einem Liter Milch steckt. Das steigert die Wertschätzung – auch unseren Tieren und Produkten gegenüber.

Tipp der Hessen-Pionierin Silke Müller:

  • Holt euch Unterstützung, um nicht alleine Neuland zu betreten. Es ist gut, einen kompetenten Berater an seiner Seite zu haben.
 
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