Märchenhafte Hingucker

Vom Prototyp zum Publikumsmagnet. Das Grimmwald Tiny Haus vereint Regionalität und Design

Unsere Geschichte ist tatsächlich ein bisschen wie ein Märchen. Sie begann mit einer Mission, führte zu einer Überraschung und endete mit einem Happy End. Aber von vorne: Es war einmal ein Projekt des Regionalmanagements Nordhessen, das hieß der „Märchenstuben“ Nordhessen. Unsere Aufgabe war es damals, gemeinsam – als Innenarchitektin und Touristikerin – alte, leerstehende Fachwerkhäuser in der Heimat der Brüder Grimm zu hochwertigen Ferienunterkünften umzubauen. Dabei sollte ein hoher Wiedererkennungswert im Design – und vor allem der regionale Bezug zu den Märchen der Brüder Grimm im Vordergrund stehen. Kurz: Wir wollten die Märchen also in Räume und Möbel übersetzen und das möglichst nachhaltig und hochwertig.

Dabei sind wir auf die Idee gekommen, eine Märchenstube zu gestalten, in der Gäste Urlaub machen können. Und da es noch keine Märchenstube gab, wie wir sie uns vorstellten, entwickelten wir erstmal einen Prototyp als Anschauungsmodell. Damit wollten wir beweisen, dass hohe Qualität, einzigartiges Design und gute Vermarktung viele neue Gäste in die Region locken kann. Die Rechnung ging auf, denn unsere mobile Mini-Märchenstube, die im Sommer auf dem Campingplatz in Kassel direkt an der Fulda steht, war die ganze Saison über ausgebucht. Und das, obwohl das Tiny Haus ja im Grunde nur ein Zufallsprodukt ist, denn eigentlich stand ja zunächst das Anschauungsmodell im Vordergrund.

In unserem Tiny Haus haben wir auf 15 Quadratmeter Wohnfläche die Märchen der Brüder Grimm mit modernem Design und Feng-Shui verbunden. Überall finden sich Märchen-Deko-Elemente wie etwa Frau-Holle-Schriftzüge in der Küche, selbst entworfene Zipfelmützen-Kissen und Bilder mit Märchenmotiven.

Das Grimmwald Tiny Haus von Andrea Staude und Caroline Führer war zunächst als Anschauungsmodell gedacht, wurde dann aber zum eigenen touristischen Erfolgsprojekt. Auf 15 Quadratmeter sind die Grimm’schen Märchen überall präsent.

In jeder Ecke des Tiny Hauses ist das Thema Märchen sichtbar. Die Märchenstube ist für drei Personen konzipiert und wurde komplett aus regionalem Holz und von lokalen Handwerkern gebaut. Unser Schreiner Frank Baumann ist aus der Region, die Möbel sind aus Hessen und auch der Künstler, der die Bilder gemalt hat, stammt von hier.

Nachhaltigkeit ist uns sehr wichtig – und deshalb haben wir sowohl bei der Gestaltung des Hauses als auch beim Tourismuskonzept darauf geachtet, möglichst ressourcenschonend zu arbeiten. Dabei nutzen wir auch regionale Kooperationen, beispielsweise mit Kassel Marketing, die uns zu einem ersten großartigen Standort für das Tiny Haus – dem Campingplatz Kassel – verholfen haben.

Eine Besonderheit ist auch die Mobilität, denn das Grimmwald Tiny Haus steht auf Rädern – und kann so an jedem attraktiven Platz in der Region stehen. Den Sommer über stehen wir mit der mobilen Märchenstube auf dem Campingplatz in Kassel, direkt an der Fulda. Im Winter stehen wir auf einem 400 Jahre alten märchenhaften Gutshof in Calden, im ländlichen Raum und werden dort Seminare begleiten.

Mit unserem Konzept sehen wir vor allem im ländlichen Raum große Chancen. Denn wir können mit dem Tiny Haus an jedem beliebig schönen Ort in Hessen etwas ganz Besonderes schaffen, das die Gäste begeistert. Das Grimmwald Tiny Haus ist ein echter Hingucker und zieht Menschen einfach magisch an. So ist es zum Beispiel so, dass die Besucher des Campingplatzes alles immer gerne in das Häuschen spicken wollen, um es mal von innen zu sehen. Viele sind neugierig und fragen sich, ob sie selbst auch mal so Urlaub machen wollen. Andere spielen mit dem Gedanken, sich auch ein Tiny Haus zu bauen. Damit unsere Gäste ein bisschen Ruhe bekommen, haben wir also schnell einen Flyer entwickelt mit Fotos vom Inneren der Märchenstube. Die meisten Gäste kommen bisher über Kontakte zu uns.

Warum das Grimmwald Tiny Haus so ein großer Erfolg ist? Zum einen haben wir uns gut vernetzt und unsere geballten Kompetenzen im Bereich Design und Tourismus vereint. Zum anderen haben wir aber auch eine große Begeisterung und Hingabe für diese Projekt entwickelt – und genau die ist in unserem mobilen Mini-Märchenhaus auch spürbar. Es reicht nicht, eine spontane gute Idee zu haben. Man muss sich auch trauen, sie umzusetzen. Deshalb raten wir allen künftigen Pionierinnen und Pionieren auch: Glaubt an Eure Idee, seid mit Liebe und Begeisterung dabei und bleibt dabei trotzdem professionell. Manchmal muss man auch ein wenig nachjustieren oder einen kleinen Umweg einschlagen. Das sind Herausforderungen, denen sich jede Unternehmerin und jeder Unternehmer irgendwann mal stellen muss. Wenn die Idee aber wirklich gut und durchdacht ist, sollte man auch dranbleiben. Sich trauen, professionell vernetzen, loslegen und einfach mal anfangen! Dann wird aus der Idee ein großer Erfolg – mit Happy End wie im Märchen!

 
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