Wir leben Regionalität

Die Kräuterwirte Assmannshausen Kräuter und essbare Wildpflanzen in Assmannshausen – der vergessenen Natur des Rheingaus auf der Spur

Wilder Fenchel, Gundermann oder Schildampfer – rund um die Assmannshauser Weinberge, in denen dunkelrote Spätburgundertrauben reifen, wachsen regionale Heilpflanzen und Wildkräuter, die in den meisten Küchen längst in Vergessenheit geraten sind. Dabei haben die vielfältig nutzbaren Kräuter im schönsten Stadtteil Rüdesheims bereits mindestens genauso lange Tradition wie der leckere Rotwein – sie sind nur nicht so bekannt.

Wir, die drei Assmannshäuser Wirte, Sandra und Torsten Schambach (Hotel Zwei Mohren), Birgit und Konrad Berg (Berg`s alte Bauernschänke) und Gaby und Holger Altenkirch (Gasthof Schuster) haben uns 2015 zu einer Kooperation zusammengeschlossen, mit dem Ziel, die vergessenen Wildkräuter des Rheingaus wieder für alle Sinne erlebbar zu machen und zurück in die hessische Küche zu holen. Inspiriert hat uns dazu ein bekannter österreichischer Koch und Konditor, der uns auf den vergessenen Schatz unseres Ortes aufmerksam gemacht hat. Für uns war klar: Das ist die einmalige Chance, Assmannshausen vom Touristenmagnet Rüdesheim abzugrenzen und einen eigenen Stellenwert im Rheingauer Tourismus zu geben. Dabei haben wir viel Unterstützung bekommen – von der Gemeinde selbst, aber auch von der Rüdesheimer Tourismus AG.

Gemeinsam haben wir einen Wanderweg entwickelt, bei dem die Wildkräuter der Region im Mittelpunkt stehen.

Sandra und Torsten Schambach (Hotel Zwei Mohren), Birgit und Konrad Berg (Berg`s alte Bauernschänke) und Gaby und Holger Altenkirch (Gasthof Schuster) (v.l.) sind die Kräuterwirte Assmannshausen und machen die vergessenen, regionalen Wildkräuter des Rheingaus wieder für alle Sinne erlebbar.

Heute schlängelt sich ein rund acht Kilometer langer Wildkräuterwanderung durch die sonnigen Weinberge oberhalb des Ortes, auf dem 36 Hinweistafeln die Besucher auf die längst vergessenen Kräutersorten aufmerksam machen. Bei traumhaften Ausblicken auf den bekannten Assmannshäuser Höllenberg und das Rheintal wandeln unsere Gäste auf den Spuren der längst vergessenen Natur des Rheingaus. Zweimal die Woche – immer dienstags und donnerstags – laden wir Kräuterwirte zu einer geführten Wildkräuterwanderung ein. Bei einem abwechslungsreichen Spaziergang durch den Wald und die Weinberge von Assmannshausen teilen wir unser umfangreiches Wissen über die Kräuter. Bei welchen körperlichen Beschwerden helfen eigentlich Brennnesseln? Wie sieht denn Gundermann aus und wie schmeckt er? Und wie verarbeitet man Knoblauchrauke? Die Antworten auf solche Fragen ziehen mittlerweile Touristen aus ganz Deutschland an – und wir haben immer mehr Stammgäste.

Wilde Kräuter sehen, riechen und schließlich auch schmecken – darum geht es auch bei den kulinarischen Spaziergängen, bei denen unsere Gäste für ein Drei-Gänge-Menü von Gang zu Gang wandern. Los geht es in der Bauernschänke mit dem ersten Gang, den Hauptgang gibt es im Gasthof Schuster, das Dessert im Hotel Zwei Mohren. Das klingt dann zum Beispiel so: gratinierter Ziegenkäse unter der Kräuterkruste auf Wildkräutersalat, rosa gebratene Kalbstafelspitz in Riesling-Kräutersauce, Kartoffel-Majorankuchen und Walters Gartengemüse und Lavendel Marille Gianduja. Die kulinarischen Spaziergänge sind bereits zum Selbstläufer geworden und vor allem bei unseren Gästen aus der Region und dem Rhein-Main-Gebiet besonders beliebt.

Wer sich eine Erinnerung an dieses sehr spezielle Geschmackserlebnis mitnehmen möchte, findet bei uns auch eine Auswahl an Spezialitäten wie Bärlauch-Nudeln, Wildkräutersalze, verschiedene Pesto-Sorten und Marmeladen als Andenken. Oder er nimmt noch an einem der vielen Workshops teil, die wir zusätzlich anbieten, und lernt die Kunst des Kochens mit Wildkräutern selbst.  Manchmal wird bei speziellen Veranstaltungen, beispielsweise bei Kurzwanderungen im Frühjahr und Herbst, sogar direkt im Weinberg gekocht und serviert. Wir haben die vielen Ideen, die wir zu Beginn hatten, einfach ausprobiert – und es hat funktioniert. Unser Highlight – die Feuerwerkstafel in den Weinbergen – ist immer sofort ausverkauft und muss überhaupt nicht mehr beworben werden.

Ob in einem der drei Restaurant oder direkt im Weinberg: Wir Kräuterwirte Assmannshausen bringen die volle Regionalität und Qualität auf den Teller – und sorgen so dafür, dass die Kräutervielfalt des Rheingaus auch in kommenden Generationen nicht mehr in Vergessenheit gerät. Unser Erfolgsgeheimnis? Wir lieben unsere Heimat, teilen die Begeisterung für die Wildkräuter – und schaffen es so authentisch zu bleiben und zusammenzuhalten. Für uns alle ist es wichtig, unsere Gemeinde touristisch zu stärken – und damit auch den ländlichen Raum zu fördern, denn von unserer Kooperation profitiert der ganze Ort. Und: Wir haben alle Spaß dabei, Dinge durchzuziehen und immer wieder Neuland zu betreten, beispielsweise im Bereich Social Media. Unser Motto ist: Entweder macht man es richtig – oder eben gar nicht.

 
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